Der Flieder – der wohl betörendste Strauch im Spätfrühling

© storebukkebruse
Der Flieder erfreut die Menschen bereits seit sehr vielen Jahren, und das nicht nur wegen seines intensiven und schönen Duftes. Der Kunstgärtner Gottlieb Rammelt stellte bereits im Jahre 1771 über den Gewöhnlichen Flieder fest, dass er eine gewöhnliche Pflanze sei. Es hört sich an wie eine Beschwerde, ist aber eigentlich eine Anerkennung. Ausgehend von den Balkanländern hat der Flieder Europas Bauerngärten im Sturm erobert. Ganze 200 Jahre später schafften es Züchter in Deutschland, Frankreich und auch England mit sehr viel Passion, die allerersten verschiedenfarbigen Flieder zu vermehren. Heute gibt es in allen Gärtnereien Flieder in Weiß, Purpurrot oder auch Zartrosa zu bekommen. Vom eigentlichen Violett gibt es eine Fülle von Nuancen. Mittlerweile gibt es im Sortiment sogar hellblaue Blüten oder auch blassgelbe. Freistehende Bäumchen, Blütenhecke oder Strauch, der Flieder ist immer der Star des Spätfrühlings, und er ist es auch, der die Saison der intensiven Pflanzendüfte einleitet. Ab Ende Mai öffnen sich in der Regel die kleinen Kugelknospen, dann entfalten sie ihr Inneres und somit auch einen richtigen Schwall von bezauberndem Blütenduft. In diesem Jahr sind besonders die gefüllten Sorten gefragt. Sorten wie Taras Bulba, Sensation oder Montaigne sind die Renner. Bei diesen Sorten schmückt ein heller Rand jede Einzelblüte.
Etwas später in der Saison blühen die Preston-Hybriden, die ungewöhnlich lange Rispen haben. Auch sie sind dieses Jahr sehr begehrt. Viele dieser Sorten sehen aus, als wenn sie zweifarbig wären, denn die Hüllen der Knospen besitzen eine andere Farbe als die Blüten. So entsteht ein Eindruck, als ob es ein beeindruckendes Farbenspiel gäbe. Eine üppige Blüte erreicht man beim Flieder mit einem Sonnenplatz, aber auch im Halbschatten fühlt er sich wohl. An den Boden stellt der Flieder keine Sonderansprüche, ein normaler durchlässiger Gartenboden ist vollkommen ausreichend. Allerdings sollte man ihm keinen verdichteten oder zu nassen Boden zumuten. Ansonsten ist er auch kaum anfällig für Schädlinge oder Krankheiten. Kleinere Züchtungen wie Palibin und Tinkerbell fühlen sich auch auf dem Balkon oder Terrassen wohl, wenn man sie in große Gefäße gibt.
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